Glanz und Elend – Aufblühen und Neuanfang
Geistlicher Impuls Dezember 2024
Kürzlich endete die große Landesausstellung „Welterbe des Mittelalters. 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“. Von der Gründung im Jahre 724 bis zur Auflösung im 18. Jahrhundert wurde die vielfältige und wechselvolle Geschichte des Klosters gezeigt und erzählt: Glanz und Elend lagen oft nicht weit voneinander entfernt, dem Aufblühen folgte oft eine Krise, ein Neuanfang und umgekehrt. Was die Ausstellung über die Reichenau erzählt, erlebten in ähnlicher Weise auch viele andere Klöster. Was hat die Ordensmenschen bewegt, trotz aller Rückschläge, immer wieder aufzubauen, weiterzumachen, von vorne zu beginnen? In großen Buchstaben gibt eine Ausstellungswand Antwort auf meine Frage: „Geh in das Land, das ich dir zeigen werde!“ (Gen 12,1)
von Ekkehart Bechinger, Direktor Geistliches Zentrum St. Peter
Glanz und Elend – Aufblühen und Neuanfang
Kürzlich endete die große Landesausstellung „Welterbe des Mittelalters. 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“. Von der Gründung im Jahre 724 bis zur Auflösung im 18. Jahrhundert wurde die vielfältige und wechselvolle Geschichte des Klosters gezeigt und erzählt: Glanz und Elend lagen oft nicht weit voneinander entfernt, dem Aufblühen folgte oft eine Krise, ein Neuanfang und umgekehrt. Was die Ausstellung über die Reichenau erzählt, erlebten in ähnlicher Weise auch viele andere Klöster. Was hat die Ordensmenschen bewegt, trotz aller Rückschläge, immer wieder aufzubauen, weiterzumachen, von vorne zu beginnen? In großen Buchstaben gibt eine Ausstellungswand Antwort auf meine Frage: „Geh in das Land, das ich dir zeigen werde!“ (Gen 12,1)
Es ist das Leitmotiv, das auch unseren Prozess Kirchenentwicklung 2030 begleitet. Und es hat mich gefreut und ermutigt, diesen Satz dort zu lesen. Denn: Sind unsere Fragen nicht ähnlich, weil auch sie existenziell sind? Es geht nicht ums Überleben der Kirche, wohl aber um die Frage, wie wir weiterleben und weitergehen können unter all den Infragestellungen dieser Tage. Pläne und Strukturen sind für eine Organisation unserer Größe nicht unerheblich, aber sie allein geben keine Auskunft über Grund und Ziel unseres Handelns. Da braucht es die Ausrichtung, das Hinhören auf und das gemeinsame Deuten von Gottes Wort. Und dann das mutige Gehen!
Der Advent hat begonnen – eine Zeit des (inneren) Aufbrechens und Zugehens auf die Geburt Jesu. Von Ordensmenschen können wir vieles lernen – auch das Leben aus einer adventlichen, sprich: erwartenden und zugehenden Haltung.