Untergangsszenario
Geistlicher Impuls Mai 2024
von Raimund Stockinger, Gemeindereferent und Geistlicher Prozessbegleiter
Untergangsszenario
Heute Morgen bekam ich von einer Freundin einen Morgenimpuls von Markus Potthoff aus dem Deutschlandfunk zugemailt. Er erinnert an den Titanic Gedenktag, dem Tag des Untergangs jenes Schiffes, das als unsinkbar galt. Innerhalb von drei Stunden sank die Titanic und riss mehr als 1500 Menschen mit in den Tod.
Titanic-Momente, so beschreibt Potthoff, erleben wir auch in der katholischen Kirche…
Titanic-Momente, so beschreibt Potthoff, erleben wir auch in der katholischen Kirche…
Der Prager Religionsphilosoph Tomáš Halík verglich schon vor Jahren das Christentum mit einem großen Schiff, das zum Grund sinke. Da mache es keinen Sinn, die Liegestühle hin und her zu schieben… Soweit einige Inhalte aus dem Morgenimpuls.
Wo stehen wir in unserem Kirchenentwicklungsprozess K2030, frage ich mich?
Ordnen wir mit K2030 auf dem untergehenden Schiff Kirche die Liegestühle neu?
Mich hat dieser Morgenimpuls die Frage stellen lassen, wo ich mich in dem ganzen Szenario sehe. Sortiere ich mit meiner Arbeit auf dem untergehenden Schiff auch die Liegestühle neu, von denen dann sowieso nichts mehr übrigbleibt? Das wäre für mich eine ziemlich hoffnungslose Perspektive.
Auch im Neuen Testament wird ein Untergangsszenario beschrieben: Beim Sturm auf dem See wecken die Jünger Jesus mit den Worten: „Herr rette uns, wir gehen zugrunde!“ Die Antwort Jesu bleibt nicht aus: „Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen?“
Wo stehen wir in unserem Kirchenentwicklungsprozess K2030, frage ich mich?
Ordnen wir mit K2030 auf dem untergehenden Schiff Kirche die Liegestühle neu?
Mich hat dieser Morgenimpuls die Frage stellen lassen, wo ich mich in dem ganzen Szenario sehe. Sortiere ich mit meiner Arbeit auf dem untergehenden Schiff auch die Liegestühle neu, von denen dann sowieso nichts mehr übrigbleibt? Das wäre für mich eine ziemlich hoffnungslose Perspektive.
Auch im Neuen Testament wird ein Untergangsszenario beschrieben: Beim Sturm auf dem See wecken die Jünger Jesus mit den Worten: „Herr rette uns, wir gehen zugrunde!“ Die Antwort Jesu bleibt nicht aus: „Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen?“
Jesus lädt uns ein, unsere Angst abzulegen und mit dem Vertrauen auf ihn zur Kirche am anderen Ufer aufzubrechen, auch wenn die See stürmisch ist und die Segel vom Sturm zerfetzt sind. Mit seiner Hilfe lässt der Sturm nach.
Kirche am neuen Zeitenufer braucht eine erleichternde, angstfreie Perspektive und die neugierige Offenheit für das ungewisse Neue. Tief in uns drin steckt dieses Vertrauen, dass Gott uns seine Zeichen für die neue Kirche immer wieder zeigen will. Bin ich offen für seine Zeichen auf dem täglichen Weg? Um ans neue Kirchenufer zu kommen, müssen wir sicher manchen Ballast abwerfen, der uns ansonsten in die Tiefe zieht.
„Zu Grunde gehen“ könnte für uns auch heißen: zurück zum Grund meiner ganz persönlichen Berufung zu gehen. ER hat doch irgendwann dieses Feuer in mich hineingelegt, das wir in diese Welt (und Kirche) bringen wollen. Wie hat das mit meiner Leidenschaft für die Kirche angefangen? Wagen wir das Urvertrauen in Gott, der uns Wege in die Zukunft zeigen will.