Augen fasten – vom Wegnehmen und Hinzufügen
Geistlicher Impuls Februar 2026
von Ekkehart Bechinger, Direktor Geistliches Zentrum St. Peter
Die vorösterliche Bußzeit hat begonnen. Für viele eine Gelegenheit zu fasten. Haben Sie auch schon einen Vorsatz? Wenn nicht, wie wäre es in diesem Jahr mit Augen fasten? Diese Form des Verzichtens wird in unseren Kirchen seit vielen Jahrhunderten mit der Hängung von Fasten- bzw. Hungertüchern angeregt und gepflegt. Diese Stoffe haben zwei scheinbar gegensätzliche Funktionen, die aber in einem inneren Zusammenhang stehen: Sie verhängen den Blick auf Hochaltar oder andere sakrale Gegenstände. Verzichten durch verhüllen. Gleichzeitig sind sie gut sichtbar angebracht, um etwas zu verdeutlichen. Motive und Bilder stellen ein Anliegen vor. Denken Sie an die Misereor-Hungertücher oder das berühmte Meditationsbild, das auf Nikolaus von Flüe zurückgeht. Verzichten durch hinschauen?!
Augen fasten durch Wegnehmen und durch Hinzufügen – was widersprüchlich klingt, hat als gemeinsames Ziel, Sehgewohnheiten zu unterbrechen und zu lenken: Reduktion führt den Blick von außen nach innen, Bilder der Not und Ungerechtigkeit erinnern uns an unsere Verantwortung, biblisch-christliche Motive zeigen Wege in die Betrachtung und das Gebet. Alle drei Aspekte gemeinsam bilden die Mitte religiösen Fastens: der ehrliche Blick auf uns, die Zuwendung zu Menschen und Schöpfung in Not, die Begegnung mit Gott. Übrigens: Dieses Verständnis teilen wir mit dem Ramadan, der in diesem Jahr zeitgleich stattfindet.
Fastentücher lassen sich an verschiedenen Orten entdecken. Meines habe ich für dieses Jahr in einem Museum in Freiburg entdeckt: Die Künstlerin Olga Jakob hat die raumfüllende Installation „Fama“ geschaffen: ein hängendes Olivennetz mit daran angebrachten schwarzen Seidenpapieren. Da gibt es vieles zu entdecken: schwarze Flächen, lichtdurchlässige Bruchstellen, Formen und Faltenwürfe, die immer neue Sichtweisen freigeben. Ich kann das Tuch von allen Seiten betrachten, mich daruntersetzen, es in unterschiedlichster Weise auf mich wirken lassen. Je länger ich verweile und schaue, je mehr spiegelt sich mein Leben darin und lässt mich manches neu sehen: meine hellen und beschatteten Seiten, Erfahrungen von Dynamik und Freude, aber auch von Erstarrung und Schmerz, Weite und Enge, Dunkelheit und Licht.
Vielleicht möchten Sie sich auch von „Ihrem“ Fastentuch finden lassen?
Wenn Sie „Fama“ selbst anschauen möchten: Die Ausstellung MAL ER, MAL SIE ist im Museum für Neue Kunst in Freiburg noch bis zum 12. April 2026 zu sehen.
Augen fasten durch Wegnehmen und durch Hinzufügen – was widersprüchlich klingt, hat als gemeinsames Ziel, Sehgewohnheiten zu unterbrechen und zu lenken: Reduktion führt den Blick von außen nach innen, Bilder der Not und Ungerechtigkeit erinnern uns an unsere Verantwortung, biblisch-christliche Motive zeigen Wege in die Betrachtung und das Gebet. Alle drei Aspekte gemeinsam bilden die Mitte religiösen Fastens: der ehrliche Blick auf uns, die Zuwendung zu Menschen und Schöpfung in Not, die Begegnung mit Gott. Übrigens: Dieses Verständnis teilen wir mit dem Ramadan, der in diesem Jahr zeitgleich stattfindet.
Fastentücher lassen sich an verschiedenen Orten entdecken. Meines habe ich für dieses Jahr in einem Museum in Freiburg entdeckt: Die Künstlerin Olga Jakob hat die raumfüllende Installation „Fama“ geschaffen: ein hängendes Olivennetz mit daran angebrachten schwarzen Seidenpapieren. Da gibt es vieles zu entdecken: schwarze Flächen, lichtdurchlässige Bruchstellen, Formen und Faltenwürfe, die immer neue Sichtweisen freigeben. Ich kann das Tuch von allen Seiten betrachten, mich daruntersetzen, es in unterschiedlichster Weise auf mich wirken lassen. Je länger ich verweile und schaue, je mehr spiegelt sich mein Leben darin und lässt mich manches neu sehen: meine hellen und beschatteten Seiten, Erfahrungen von Dynamik und Freude, aber auch von Erstarrung und Schmerz, Weite und Enge, Dunkelheit und Licht.
Vielleicht möchten Sie sich auch von „Ihrem“ Fastentuch finden lassen?
Wenn Sie „Fama“ selbst anschauen möchten: Die Ausstellung MAL ER, MAL SIE ist im Museum für Neue Kunst in Freiburg noch bis zum 12. April 2026 zu sehen.
