von Raimund Stockinger, Gemeindereferent in der Seelsorgeeinheit Achern und geistlicher Prozessbegleiter
Wir sind tief im Herbst angekommen. Draußen sind in den letzten Tagen die kräftigen Herbststürme vorbeigezogen, die an den Bäumen die Blätter abgeschüttelt haben. Im Sturm braucht es Standfestigkeit, tiefe Wurzeln, um den Naturgewalten standzuhalten.
Auch bei unseren kirchlichen Veränderungen braucht es diese Stabilität. Nicht alle unsere Mitchristen sind so fest verwurzelt, dass sie diesem Veränderungsprozess Stand halten. So sind auch viele Ängste mit K2030 verbunden, da werden für manche Menschen auch Befürchtungen wach, dass so manches liebgewordene Alte verlorengehen könnte. Vielen fällt es schwer, positive Seiten an dieser Reform zu entdecken. Viele Veränderungen sind noch nicht absehbar. Und manche Person wird der Kirche den Rücken kehren.
Um uns von unserer Seelsorgeeinheit verabschieden zu können, haben wir uns noch einmal festgemacht an den guten Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren in der Gemeinschaft mit Gott und miteinander gemacht haben: Wir haben einen Koffer gepackt und sind zu einem Pilgerweg aufgebrochen. In jeder unserer Gemeinden packten wir die Schätze ein, die sich in den letzten Jahren in den Gemeinden angesammelt haben, um sie in die „Gemeinde neu“ mitzunehmen. Vieles ist dabei zusammengekommen: Momente, in denen wir leidenschaftlich unseren Glauben gelebt und wo wir lebendige Gottesdienste gefeiert haben; da waren dichte Gruppen- und Gemeinschaftserfahrungen und Erlebnisse, bei denen Menschen den Glauben mitreißend weitergetragen haben… Es tat gut, all das Lebendige zu sammeln und noch einmal mal wertzuschätzen. Jetzt kann etwas Neues beginnen. Vielleicht können wir so leichter Gott Raum geben für alle geistgewirkte Veränderungen.
Mit der Pfarreiratswahl ist ein wichtiger herbstlicher Schritt für die weiteren Veränderungen in unserem Bistum eingeleitet. Gott begegnet dem Elija nicht im Sturm, sondern im leichten Säuseln des Windes.
Lassen wir uns in den alltäglichen kleinen Begegnungen mit den Menschen von Gott berühren und gehen wir so einen guten Weg in die Zukunft.