Der Friede sei mit Euch

Geistlicher Impuls Juli 2025

von Sabine Rhein, Albertusburse Freiburg

 
In dem Studierendenwohnheim, in dem ich als pädagogische Leitung arbeite, findet jedes Jahr anlässlich des Sommerfests ein Gebet statt. Das Gebet ist christlich, jedoch inhaltlich so aufgebaut, dass auch Bewohnerinnen und Bewohner, die anderen Religionen oder keiner Religion angehören, gut „andocken“ können. In diesem Jahr haben sie sich das Thema „Frieden“ gewünscht. Ich habe zunächst gezögert. Dieses aktuell „schwere“ Thema zum Sommerfest? Aber die Bewohnerinnen und Bewohner haben mich überzeugt. Deshalb möchte ich einige von ihnen auch selbst zu Wort kommen lassen – die betreffenden Personen haben sich gefreut und ausdrücklich zugestimmt, dass ich sie zitiere:
 
„Friede bedeutet im Mittelhochdeutschen: Schutz und Freundschaft. Wir sollen Frieden weiterschenken, so wie der Heilige Franziskus es sagt: Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens.“ (E. aus Deutschland)
 
„Wir wollen im Gebet nicht politisch diskutieren – das ist sehr wichtig, aber es hat an anderer Stelle Platz. Wir wollen beten. Es gibt so viele verschiedene Wege zum Frieden und zu Gott, aber wir haben alle ein gemeinsames Ziel.“ (Z. aus Marokko)
 
„Danke, dass Ihr dieses Thema Frieden gewählt habt. Es ist so wichtig. Wir müssen beten, dass es endlich aufhört.“ (M. aus Palästina)
 
„Friede beginnt im eigenen Herzen. Er ist Geschenk Gottes. Jesus sagt im Johannesevangelium: „Meinen Frieden gebe ich Euch. Nicht einen Frieden, wie die Welt ihn Euch gibt, gebe ich Euch. Euer Herz verzage nicht.“ (J. aus Deutschland)
 
Zum Schluss des Gebets haben junge Menschen in zwölf verschiedenen Sprachen den Anwesenden den Friedensgruß „Der Friede sei mit Euch“ zugesagt und alle, die wollten, haben diesen Satz in ihrer Sprache oder ihrem Dialekt auf ein großes Plakat geschrieben. J. aus China sagte zu mir: „Wenn wir einander im Gebet in vielen Sprachen den Frieden wünschen, werde ich den Satz noch ergänzen – ich werde auf Chinesisch sagen: Der Friede sei mit Euch – EWIG.“   
 
Diesen Friedensgruß möchte ich mit Ihnen allen teilen – verbunden mit dem Wunsch, dass wir ihn einander weiterschenken, ob schriftlich oder mündlich, in welcher Sprache, in welchem Dialekt auch immer.