von Sabine Rhein, Referentin für die Entwicklung von Orden / kommunitären Lebensformen im Referat Orden
Dorf-Gemeinschaft
Geistlicher Impuls Februar 2023
Wenn in einer „comunidade“ eine Entscheidung ansteht, ruft der Häuptling alle Bewohner zusammen. Der Federschmuck, den er auf seinem Kopf trägt, ist ein Zeichen, dass er mit dem „großen Geist“ verbunden ist – denn in der indigenen Kultur ist der Vogel die Verbindung zwischen dem Himmel und der Erde.
Der Häuptling zieht eine Feder aus seinem Federschmuck und gibt sie in die Runde. Jeder, der die Feder in die Hand nimmt, verbindet sich in dieser Geste bewusst innerlich mit dem „großen Geist“. Und wenn eine Person mit der Feder in der Hand ihre Meinung äußert, geht es nicht (nur) um eine menschliche Meinung, sondern hören die anderen darin den „großen Geist“, der durch diese Person spricht. Jede Einschätzung, die mit der Feder in der Hand geäußert wird, ist also im gleichen Maße geistgewirkt. Aus der Fülle der geistgewirkten Äußerungen heraus trifft die „comunidade“ ihre Entscheidung, an die sich der Häuptling bindet.
Sicher geht es nicht darum, romantisierend ein altes indigenes Ritual zu kopieren. Doch: Vielleicht kann es uns inspirieren – ganz konkret in unserer Haltung im Miteinander – und in unserem Tun hier und jetzt in der Kirchenentwicklung 2030.
Bei einem Brasilienaufenthalt im Januar 2023 gaben mir eine junge indigene Frau sowie eine Kollegin, die lange im Amazonasgebiet gelebt hat, einen Einblick in die dortige Kultur: Die Angehörigen eines indigenen Volkes im Amazonas bezeichnen ihr Dorf nicht als „aldeia“ (portugiesisch: „Dorf“), sondern als „comunidade“ (portugiesisch: „Gemeinschaft“).
Wenn in einer „comunidade“ eine Entscheidung ansteht, ruft der Häuptling alle Bewohner zusammen. Der Federschmuck, den er auf seinem Kopf trägt, ist ein Zeichen, dass er mit dem „großen Geist“ verbunden ist – denn in der indigenen Kultur ist der Vogel die Verbindung zwischen dem Himmel und der Erde.
Der Häuptling zieht eine Feder aus seinem Federschmuck und gibt sie in die Runde. Jeder, der die Feder in die Hand nimmt, verbindet sich in dieser Geste bewusst innerlich mit dem „großen Geist“. Und wenn eine Person mit der Feder in der Hand ihre Meinung äußert, geht es nicht (nur) um eine menschliche Meinung, sondern hören die anderen darin den „großen Geist“, der durch diese Person spricht. Jede Einschätzung, die mit der Feder in der Hand geäußert wird, ist also im gleichen Maße geistgewirkt. Aus der Fülle der geistgewirkten Äußerungen heraus trifft die „comunidade“ ihre Entscheidung, an die sich der Häuptling bindet.
Sicher geht es nicht darum, romantisierend ein altes indigenes Ritual zu kopieren. Doch: Vielleicht kann es uns inspirieren – ganz konkret in unserer Haltung im Miteinander – und in unserem Tun hier und jetzt in der Kirchenentwicklung 2030.